Veröffentlicht in Privatsphäre

Ich hasse Menschen…

So oder so ähnlich muss es in den letzten Jahren geklungen haben, wenn ich mir einredete, ich sei anders, als ich wirklich bin. 

Damit ist hier und heute auch Schluss. Immer wieder beantwortete ich die lästige Frage, warum ich denn Single sei, mitWeil ich Menschen hasse.

leo 979

Das war der einfachste Weg, Ruhe zu haben. 

Es gibt nicht viele Menschen, die wissen, wie ich eigentlich bin. Vielleicht machen sich auch nur wenige Menschen Mühe, hinter die Fassade zu blicken. Gefühle wollte ich einfach nicht ausdrücken, aber ich habe zu jeder Lebenslage mindestens ein Lied, welches absolut das beschreibt, was ich gefühlt habe.

Das ändere ich heute einfach, heute erzähle ich:

img_1261

Ich denke zu viel, vertraue zu viel, rede zu viel, stehe mir selbst im Weg, habe eine große Klappe, liebe Sarkasmus, redete mir ein, lieber allein zu sein, bin oft zu gutmütig und wurde genau wegen diesen Eigenschaften oft enttäuscht. 

Wenn ich einen Fehler gemacht habe, kann ich diesen auch mal zugeben, gerade in Bezug auf Menschen oder Entscheidungen. 

Ich hasse zum Beispiel Neid, Missgunst, Oberflächlichkeit, Sturheit und Ungerechtigkeit. Warum, zum Beispiel, fällt es so vielen Leuten so schwer, sich für andere zu freuen? 

Da flippe ich aus, rede schneller, als ich denke und eskaliere in der Öffentlichkeit, wenn es emotional notwendig ist. 

Eine explosive Mischung, wie Ihr Euch denken könnt

Wenn es mir schlecht geht, werde ich ruhig und kann mich auch schon mal eine Weile nicht melden. Ich mache viele Dinge mit mir allein aus. Was nicht immer lustig und einfach ist. 

Aber hat nicht jeder seine eigene Form der Geisteskrankheit? 😊 

Ich machte mir viel mehr Sorgen um den Umstand, was denn wohl Leute über mich denken, statt einfach so zu leben und das zu machen,wonach mir der Sinn steht. 

Warum machen wir uns nur so viele Gedanken, was andere Menschen über uns denken? Und wie lange machen wir uns diese? 

Dabei reden Menschen. So oder so. 

SO WHAT!?

 

Sie reden, wenn es einem schlecht geht, und sie reden, wenn es einem gut geht. Sie reden, wenn man mit Depressionen zu kämpfen hat, und sie reden, wenn man Depressionen überwunden hat. 

Einige reden selbst noch, wenn man Jahre keinen Kontakt hat, weil man diesen abgebrochen hat. Wenn man sich schon gar nicht mehr kennt, weil man sich mit den Jahren  verändert hat. Aber sie reden  🙄Wie bezeichnet man diese Menschen denn dann? Sind das Fans, Stalker oder stimmt vielleicht hinter deren eigener Haustür so vieles nicht?! 

Ich machte mir diese Gedanken, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich anfing,mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Mittlerweile liebe ich mich und kann auch super mit mir allein sein. 

Ich habe Jahre hinter mir, auf die ich nicht stolz bin, bin 36 Jahre, geschieden mit Kind. Klar wünscht man sich für sein Kind alles andere als getrennte Eltern, das könnt Ihr mir glauben. Letztendlich entschloss ich mich – für mich – zu diesem Schritt. Und endlich, nach vier Jahren, kann ich stolz sagen: Es war eine Entscheidung für MEIN Leben. 

Ich glaube, als Mutter trennt man sich weniger schnell, weil man seinem Kind nicht das Herz brechen möchte. Man lässt lieber das eigene zerbrechen. Doch auch wenn es für das Kind alles andere als einfach war, sind glückliche Eltern doch die besseren Eltern, wie ich finde. Manchmal geht das leider nur getrennt. 

So kam es dann auch. Ich trennte mich von meinem Ex-Mann. 

Ab diesem Tag ging er los, der Kampf um mein Leben. Ich suchte für mein Kind und mich eine kleine Wohnung. Forderte weder für mich noch für unser gemeinsames Kind Unterhalt – bewusst. Ich wollte glücklich werden. Das Einzige was mich durchhalten ließ, war die Liebe zu meinem Kind. Und die Fortschritte in unserer Wohnung. Nach und nach wurde sie zu unserem sicheren Rückzugsort. Man befindet sich in so einer Lebensphase im Krieg. Mit sich, der Familie, sogar mit vermeintlichen Freunden. Das Gute an der ganzen Sache istdass die falschen Menschen gehen. Das Tollste: Die Menschen, die bleiben. Die sich auch in meiner Abwesenheit stets für mich eingesetzt haben. Das sind Freunde. Freunde sind Menschen, die Ängste und Sorgen genauso behüten wie Geheimnisse, die einen so lieben und akzeptieren,wie man ist, die Fehler verzeihen und ständig nach Lösungen suchen,wenn es mal Probleme gibt. 

Das Einzige was noch ein bisschen hinterher hinkt, ist dieser Liebeskram 🙄

In Liebesdingen bin ich eine der größten Naturkatastrophen. Das muss ich jetzt auch mal offen zugeben. Da benötige ich quasi einen Herzschrittmacher, der einspringt, wenn Herz und Hirn sich einig sind und die Arbeit einstellen. Das passiert zum Beispiel, wenn ich jemanden toll finde. 

Dann verlässt mich der Löwenmut, solang bis mir mein Gegenüber im besten Fall mit dem Zaunpfahl vor die Stirn schlägt, um mir den obligatorischen Wink mit diesem zu geben, dass er auch auf mich steht. Dann hat er aber auch alles richtig gemacht und sich nicht erschrecken lassen. Verschrecken kann ich gut, denn dann muss ich nicht darüber nachdenken, ob mir eventuell wieder das Herz gebrochen wird. Klappt aber nicht immer  Es gibt einzelne abgebrühte Exemplare, die das nicht interessiert, die bleiben dann. 😍Irgendwas ist immer  😂Überwindet man meine Hürde, wird man dafür aber belohnt: Zack, da sind wir dann wieder, ich und mein großes Herz. Wir sind: sarkastisch, ironisch, sensibel, gefühlvoll, emphatisch, hilfsbereit, selbstreflektiert, lebensfroh, grantig, morgenmuffelig, abenteuerlustig, wissbegierig, zu den beklopptesten Streichen aufgelegt, kuschelig und sowieso sehr warmherzig. Wir haben sogar ein geheimes Liebeslied (wer hätte uns DAS zugetraut?). Es handelt davon, wie wir uns die Zukunft vorstellen, was wir wollen, mein Herz und ich. Was wir bisher in keiner Beziehung gefunden haben, woran wir aber trotzdem jeden Tag glauben. ❤

Das zu nennen, ist aber dann, selbst heute, doch zu privat. 😉

Auf die letzten Jahre geschaut lässt sich abschließend sagen:

Ich machte mir diese Gedanken, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich anfing, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin, dann muss doch die Mauer abgerissen werden, die man aufbaute, um nicht wieder verletzt und enttäuscht zu werden, oder? 

Also, weg damit. 

SONY DSC

-Ende- 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s